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Welt-Diabetes-Tag am 14. November

Ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können einiges bewirken

Am 14. November ist Welt-Diabetes-Tag, an dem traditionell auf der ganzen Welt Informationsveranstaltungen zu der chronischen Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus stattfinden. Das Motto in diesem Jahr lautet „Diabetes – beweg(t) dein Leben!“

Seine Premiere hatte der Welt-Diabetes-Tag im November 1991, nachdem diesen weltweiten Aktionstag die International Diabetes Federation (IDF) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen hatten. Der Grund für die Einführung war die wachsende Verbreitung des Diabetes mellitus, die die Organisationen ins Bewusstsein der Menschen rücken wollten.


Dabei haben sie den 14. November nicht zufällig gewählt. An diesem Tag im Jahre 1891 ist Frederick Grant Banting in Ontario geboren worden. Der kanadische Chirurg und Physiologe erhielt 1923 gemeinsam mit John James Rickard Macleod den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung des Insulins. Der Kanadier war seinerzeit 32 Jahre alt. Damit ist er nicht nur nach wie vor der jüngste Medizinnobelpreisträger aller Zeiten, sondern auch der erste Kanadier, der sich über die Auszeichnung mit einem Nobelpreis freuen durfte.

Über 15 Jahre nach dem ersten Welt-Diabetes-Tag hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschieden, dass der 14. November ein ab dem Jahr 2007 jährlich zu begehender Tag der Vereinten Nationen ist. Damit ist Diabetes mellitus nach AIDS erst die zweite Krankheit, der ein offizieller UN-Tag zugesprochen worden ist.

© Kwangmoo FOTOLIA



 

6 Mio. Diabetiker leben in Deutschland

Über sechs Millionen Deutsche haben die Diagnose Diabetes mellitus erhalten. Während der Typ 1 in der Regel im Kindes- und Jugendalter festgestellt wird, tritt der Typ 2 häufig erst bei Erwachsenen auf.

Beim Typ 1 werden die Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, die Insulin herstellen. Beim Typ 2 spielen neben einer erblichen Veranlagung eine ungünstige Ernährungsweise, Übergewicht und Bewegungsmangel eine wesentliche Rolle. Da die letztgenannten Attribute auf immer mehr Menschen zutreffen, ist es nicht verwunderlich, dass über 90 Prozent der an Diabetes Erkrankten vom Typ 2 betroffen sind. 

Immer wieder fällt der Begriff „Diabetes-Typ 3“, wobei es sich dabei nur um einen Oberbegriff für weitere Diabetes-Formen handelt. Diese betreffen allerdings weniger als fünf Prozent der Diabetiker. Die Ursachen für die Störung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels können vielfältig sein. Unter Typ 3 werden beispielsweise Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Infektion oder Chemikalien zusammengefasst.

Der Schwangerschaftsdiabetes fällt nicht darunter, denn er wird als „Diabetes-Typ 4“ bezeichnet. Dieser sogenannte Gestationsdiabetes wird in Deutschland jährlich rund 22.000-mal diagnostiziert. Das betrifft etwas über drei Prozent der Schwangeren. Diese Erkrankung ist damit die am häufigsten auftretende Komplikation in der Schwangerschaft. Die Risiken für die werdende Mutter und ihr Ungeborenes lassen sich allerdings mittlerweile mit einer guten Blutzuckereinstellung auf ein Minimum verringern. Optimal ist es, wenn der Schwangeren von der Diagnose an bis zur Geburt neben einer Hebamme und einem Gynäkologen auch ein Diabetologe zur Seite steht.

Apropos Schwangerschaft: Die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München hat im Rahmen der Auswertung einer Langzeitstudie festgestellt, dass Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, ein mehr als doppelt so hohes Risiko haben, an Diabetes-Typ 1 zu erkranken, gegenüber jenen, die spontan entbunden werden.

 

Informieren und austauschen

Wer die Diagnose Diabetes erhält, ist erst einmal geschockt. Doch was ist jetzt zu tun? DiabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe empfiehlt, als Erstes mindestens einen Menschen zu finden, mit dem man über Ängste, Sorgen und weitere Emotionen sprechen kann. Das kann ein Arzt oder ein Diabetesberater ebenso sein wie jemand aus Familien- oder Freundeskreis. Mit ihm kann auch besprochen werden, was sich künftig im Leben ändert.

Darüber hinaus ist es sinnvoll sich zu informieren. Je mehr man über Diabetes weiß, desto besser kann man sich auf die Erkrankung einstellen und mit ihr ein aktives Leben führen. Schwerpunktpraxen sind optimal geeignet, um alle offenen Fragen zu erklären. Dort bekommt der Patient direkt Kontakt zu einer ausgebildeten Schulungskraft oder einem Diabetesberater. Er erhält nützliche Tipps für den Alltag, für Urlaub und Krankenhausaufenthalte. Außerdem erfolgt zeitnah die Anmeldung zu einer Patientenschulung. Für die meisten chronischen Erkrankungen sind bereits Schulungsprogramme entwickelt worden und die Kosten dafür werden von den Krankenkassen übernommen.

Auch Selbsthilfegruppen sind eine gute Anlaufstelle, um sich zu informieren und mit Betroffenen auszutauschen. So treffen sich im Marienkrankenhaus in Soest an jedem zweiten Dienstag im Monat ab 19 Uhr die Mitglieder einer Diabetes-Selbsthilfegruppe. Auch in Ense (DRK), Geseke und Warstein bieten Selbsthilfegruppen ihre Hilfe an. Ansprechpartner zu den Selbsthilfegruppen findet man bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (K.I.S.S.) beim Kreis Soest.

Dort erfährt man unter anderem, was sich derzeit in Sachen Diabetes in Deutschland tut. So wird zurzeit ein nationales Diabetes-Überwachung-System beim Robert Koch-Institut in Berlin aufgebaut. Außerdem arbeitet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an einer nationalen Aufklärungs- und Kommunikationsstrategie zu Diabetes. Denn obwohl Diabetes eine der Volkskrankheiten in Deutschland ist, gibt es viele Unsicherheiten und Ängste rund um diese Erkrankung.

Gerade bei denen, bei denen der Typ 2 festgestellt worden ist, lässt sich eine deutliche Steigerung der Lebensqualität herbeiführen. Die Voraussetzung dafür bilden regelmäßige Kontrollen, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Optimal ist eine Kombination aus Krafttraining und Ausdauertraining, wobei ein ausgedehnter Spaziergang mehrmals pro Woche schon einiges bewirken kann.

Diese Änderung des Lebensstils sorgt nicht nur für mehr Wohlbefinden, sondern auch dafür, dass das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, sinkt. Denn das Risiko ist für Diabetiker deutlich höher. Rund 80 Prozent der Todesfälle bei Diabetikern lassen sich auf eine fortgeschrittene Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems mit Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zurückführen. Insbesondere betroffen sind davon übergewichtige Diabetiker des Typs 2 mit Bluthochdruck und einer Störung des Fettstoffwechsels.

Es lohnt sich daher, sein Leben jetzt zu ändern.

- Gabi Bender

 

 

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